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In 9 Schritten zum Traumjob

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So, heute fange ich wirklich an. Ich schreibe ein paar bombastische Bewerbungen, finde meinen Traumjob und lebe glücklich bis ans Ende meiner Tage.

Naja, so oder so ähnlich klingt es, wenn man sich vornimmt, am kommenden Montag so richtig anzufangen; sich auf den Hosenboden zu setzen und motivierte Bewerbungen zu schreiben.

In meinem Umfeld begeben sich momentan viele Leute auf Jobsuche, und sie fragen mich oft, ob ich nicht irgendwelche Tipps hätte. Also habe ich mal ein wenig Gehirnschmalz in das Thema gesteckt und hier ist nun meine Liste mit Dingen, die ich mit der Zeit auf die weiche oder harte Tour gelernt habe. Vorhang auf.

1) Wo finde ich diesen sogenannten Traumjob überhaupt?

Das ist in der Tat schon die erste Herausforderung. Die üblichen, aber dennoch sehr hilfreichen Verdächtigen sind Datenbanken wie stepstone oder indeed. Die Zeit hat einen tollen Stellenpool, von dem ich regelmäßig personalisierte Newsletter bekomme. Du machst Angaben zu deiner Ausbildung und Interessen, und schon hagelt es Stellenausschreibungen in dein Email-Postfach. Dasselbe gilt für bund.de, jedoch für Stellen im öffentlichen Dienst. Eine tolle Datenbank, die auf internationale Organisationen ausgerichtet ist, ist der Stellenpool des Auswärtigen Amtes, wo du Jobs und Praktika auf der ganzen Welt findest – diese Branche ist jedoch sehr (und ich meine sehr) kompetitiv. Einen kostenpflichtigen Newsletter mit aktuellen Stellenausschreibungen aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es bei WILA. Lust auf Umwelt? Dann auf zu greenjobs.de!

Wenn du in einer bestimmten Stadt arbeiten möchtest und dazu noch genügend Muße und Zeit hast, ist es auch sinnvoll, die jeweiligen Firmen- und Organisationsregister zu scannen, und sich dann deren Stellenausschreibungen anzusehen. Die meisten Städte haben mittlerweile eine ausgefuchste Stadtmarketingabteilung und listen dort angesiedelte Firmen und Organisationen auch gerne auf ihrer Internetseite auf (Beispiel Bonn).

2) Notizen, Notizen, Notizen

Mist, für dieses tolle, scheinbar perfekt auf dich zugeschnittene Trainee-Programm hast du gerade die Bewerberdeadline verpasst? Nun denn. Nachdem du dich eine halbe Stunde geärgert und wild herum geschimpft hast, vergiss auf keinen Fall, es dir aufzuschreiben! Die nächste Ausschreibungsrunde kommt bestimmt und dann möchtest du schließlich rechtzeitig vorbereitet sein.

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Dasselbe gilt für Firmen oder Organisationen, die du ganz toll findest, die aber momentan keine freien Stellen haben. Behalte sie im Hinterkopf, vielleicht suchen sie demnächst doch noch jemanden.

3) Das Wichtigste beisammen:

Von wann bis wann war noch mal dieses Praktikum? Mist, wo hab ich noch mal das Praktikumszeugnis…

Immer mehr Bewerbungsverfahren finden mittlerweile im Browser statt. Für dich heißt das: anstatt munter und bequem Emails mit Anschreiben und Lebenslauf im Anhang zu verschicken, musst du deine Daten zu Schulzeit, Praktika und Sonstiges wieder und wieder und wieder in diese kleinen Fenster tippen. Gut also, wenn du sie auf 1-2 Seiten zusammengefasst hast und von da aus mit copy&paste arbeiten kannst.

Je routinierter du in Bezug auf diese Fleißarbeiten wirst, umso besser und einfacher für dich. Deine Zeit ist kostbar, denn je mehr Bewerbungen du an einem Tag schaffst, desto größer sind deine Chancen auf Erfolg. Keine einzige Bewerbung ist verschwendet – du wirst mit jedem Mal üben besser!

4) Beschreibungen und Keywords

Wenn du deine vorherigen Jobs und Praktika beschreiben sollst, ist es ebenfalls sehr lästig, wenn du jedes Mal von Neuem überlegen musst, was du eigentlich so gemacht hast. Habe eine Liste von 5-10 Keywords zu jedem Praktikum oder Job parat und betone jeweils immer diejenigen, die am besten auf die Stellenbeschreibung passen. Hier gilt es, die Stellenanzeige sorgfältig zu lesen und zu verstehen, was gesucht ist.

5) Deine Unterlagen

Alle deine wichtigen Bescheinigungen und Zeugnisse sollten eingescannt und als PDF auf deiner Festplatte gespeichert sein. Je nach Bewerbungssystem musst du sie in unterschiedlichen Konstellationen hochladen. Manche haben unterschiedliche Vorgaben für das Hochladen der Dokumente, deshalb finde ich es sinnvoll, alles griffbereit zu haben. So habe ich z.B. jeweils „alle Hochschulzeugnisse“, „alle Arbeitszeugnisse“, „ehrenamtliche Tätigkeiten“ und natürlich eine Datei namens „ALLE Zeugnisse“ abgelegt. Dann brauchst du nur noch „upload“ klicken, und die Sache ist erledigt.

Hast du einen Windows-PC, kannst du hierfür verschiedenen Tools zur Hilfe nehmen (z.B. pdf merge, pdf split und pdf shrink). Den ganzen Krempel gut sortiert beisammen zu haben, spart Unmengen an Zeit!

6) Du brauchst – ich biete

„Motivations“schreiben ist im Grunde genommen der falsche Ausdruck. Es müsste doch eigentlich „Was kann ich, was du brauchst“-Schreiben heißen. Klar, warum du seit der zweiten Klasse ausgerechnet dort arbeiten möchtest, ist schön und gut, und kann (authentisch rübergebracht) auch Pluspunkte liefern.

Aber der Arbeitsgeber will wissen, was du drauf hast und wo du was schon mal gemacht hast. Ich strukturiere mein Motivationsschreiben gerne durch Unterüberschriften à la „Akademische Ausbildung“, „Berufserfahrung“ (ein Absatz pro Praktikum/Job) und „Persönliche Motivation“.

7) Nichts überstürzen

Wenn möglich, lass deine Bewerbung noch einen Tag liegen. Schau am nächsten Morgen (am besten ausgedruckt) noch einmal mit frischem Hirn drüber, du wirst erstaunt sein, wie viele Fehler und seltsame Formulierungen du noch findest. Bitte auch jemand anderen, sich deine Bewerbung mal durchzulesen. Dann erhältst du ein Gefühl dafür, wie sie außerhalb deines Kopfes so ankommt.

8) Notizen…!

Hatten wir schon? Egal!

Mach dir eine Liste mit Bewerbungen, die du bereits abgesendet hast und hake sie ab, wenn du eine Antwort bekommen hast. So behältst du auch nach zig Bewerbungen noch den Überblick und weißt, wo du dich eventuell nochmal melden und nachfragen kannst.

Speichere auch das Anschreiben und die Stellenausschreibung ab, damit du dir alles nochmal ansehen kannst, falls du zum Bewerbungsgespräch eingeladen wirst. Glaub mir, du möchtest nicht feststellen, dass die Firma, bei der du dich vor 12 Wochen beworben hast, die Anzeige von ihrer Webseite genommen hat und du nun zur Vorbereitung auf das Gespräch nichts Konkretes mehr in der Hand hast. Ja, diese schmerzliche Erfahrung habe ich schon gemacht.

9) Zurücklehnen, durchatmen, Tee trinken.

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Nun ja, massenweise Bewerbungen schreiben macht keinen Spaß, ist nicht befriedigend und birgt viele Enttäuschungen.

Dennoch, sieh‘ es als Erfolg an, wenn du eine Bewerbung fertig gemacht und abgesendet hast. Es ist ja im Prinzip auch eine weitere Aufgabe, die du auf deiner To-Do-Liste abhaken kannst. Nimm Absagen (oder schlimmer: die Abwesenheit dieser) nicht persönlich und feile einfach immer weiter an deinem „Eigen-Marketing“. Die Bewerbung für mein allererstes Praktikum war grottig, aber über die Jahre bin ich besser geworden – und das wird auch dir passieren.

Also, ran an die Tasten und viel Erfolg beim Suchen und Finden deines Traumjobs!!

Habe ich etwas Wichtiges vergessen? Schreibe mir einen Kommentar – ich und die vielen Bewerber da draußen werden dir dankbar sein!

Fotocredit: www.unsplash.com

Veröffentlicht von

Christina war mal Generation Praktikum. Doch dann geschah etwas Sagenhaftes: sie fand einen Job. Nun arbeitet sie tagsüber als Pressereferentin bei einem Forschungszentrum und schreibt nachts Geschichten auf – über ihren Berufseinstieg, über Bewerbungen und professionelles Eigenmarketing für junge Absolventen.
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